Netzwerk GFK für Juristen

2005 hat Susanne Pourroy das Netzwerk GFK in der Justiz für Juristinnen und Juristen initiiert. Die Uttinger Treffen dieses Netzwerks finden seit 2006 regelmäßig statt.

Aktuell: Das 4. Uttinger Treffen findet am 27. und 28. Februar 2010 statt. Nähere Informationen unter http://www.rechtundmediation.net/5.html.

Wir arbeiten auf der Grundlage der GFK u.a. an folgenden Themen:

  • Möglichkeiten der Versachlichung und Deeskalation gerade in hochemotionalen und "aussichtslosen" oder "uferlosen" Verfahren,
  • mehr Einfluss auf das Verfahrensgeschehen,
  • höhere Arbeitszufriedenheit,
  • weniger Gefühle von Frustration und Ohnmacht,
  • Zeitersparnis und Schonung des Nervenkostüms,
  • weniger Ärger,
  • grössere Übereinstimmung unseres Rollenverständnisses mit unserer persönlichen ethischen Einstellung zu diesem Beruf,
  • dadurch mehr Authentizität,
  • leichtere und aufrichtigere Verbindung zu den Mandanten und den übrigen Prozeßbeteiligten,
  • Abbau von Feindbildern zwischen Anwälten, Richter, Staatsanwälten und Polizei,
  • Durchbrechen von destruktiven erlernten bzw. herkömmlichen (anwaltlichen) Reaktionsmustern,
  • Vermeidung kostenintensiver und sinnloser gerichtlicher Verfahren,
  • mehr Einfluss auf das Konfliktverhalten der Rechtssuchenden,
  • kostenneutrales und autarkes Qualitätsmanagement,
  • Intervision,
  • konstruktive Selbstreflexion,
  • bessere "Work-Life-Balance".

Dieser persönliche Nutzen lässt sich m. E. anderen vermitteln, auch auf breiterer Ebene verallgemeinern und in den juristischen Alltag integrieren. Diese Zielsetzung bedeutet aber nicht, dass jeder Jurist zukünftig als Mediator tätig sein muss, sondern dass eine "gewaltfreie", d.h. bedürfnisorientierte, sachliche, am Konfliktmanagement orientierte Haltung den Arbeitsalltag jedes einzelnen Juristen, unseren Umgang miteinander und damit die Art und Weise, wie wir Recht anwenden und gestalten, verändern kann. Der Ansatz geht damit in eine ähnliche Richtung wie der des Collaborative Law, bietet m. E. tiefergehend aber auch eine Grundlage dafür.

Susanne Pourroys interdisziplinäre Dissertation zum Thema "Sozialer Wandel - Praktische Anwendung der Gewaltfreien Kommunikaton in der Justiz" greift diese Arbeit auf.

Zuletzt geändert am 19.12.2009 18:27 Uhr