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Restorative JusticeWas ist Restorative Justice?(TODO: Kurze Einführung fehlt hier noch.) Mehr zu Restorative Justice im deutschsprachigen Artikel von Friedrich Schwenger (2009) im PDF-Format mit freundlicher Genehmigung durch den Autor. Was unterscheidet Restorative Justice von herkömmlicher Justiz?
Welche Nachteile der herkömmlichen Justiz versucht Restorative Justice zu adressieren?
Was sagen Wissenschaft und Politik zu Restorative Justice?Antworten auf diese Fragen könnten vermutlich ganze Regale füllen. Wie praktisch jedes Thema wird auch Restorative Justice kontrovers diskutiert. Wir meinen, guten Grund zu haben, Restorative Justice zu praktizieren und zu empfehlen: Wissenschaft: Der renommierte Kriminologe Prof. Lösel hat sich intensiv damit befasst, welche Praktiken der Behandlung von Straffälligen gute Ergebnisse erzielen, und dies in Meta-Analysen untersucht. Er nennt in seiner Übersicht "What works" ("Was funktioniert") unter anderem Restorative Justice, wobei die meisten Studien hierzu aus den USA und Kanada stammen. (Stand 2010) Politik: In der Deklaration, die 2010 auf dem 12. UN-Kongress zur Kriminalitätsprävention und Kriminaljustiz formuliert wurde heißt es: 27. We support the principle that the deprivation of liberty of children should be used only as a measure of last resort and for the shortest appropriate period of time. We recommend the broader application, as appropriate, of alternatives to imprisonment, restorative justice and other relevant measures that foster the diversion of young offenders from the criminal justice system.
und 51. We stress the need to reinforce alternatives to imprisonment, which may include community service, restorative justice and electronic monitoring and support rehabilitation and reintegration programmes, including those to correct offending behaviour, and educational and vocational programmes for prisoners.
Was sind Restorative Circles?Restorative Circles sind ein konkreter, zum Teil sehr strukturierter und zum Teil sehr flexibler Prozess des Restorative Justice. Eine Einführung findet sich hier. Was ist mit Opferschutz?Grundsatz des Restorative Justice ist, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten zählen. Da Bedürfnisse des Opfers durch die Tat bereits verletzt wurden, ist eine Unterstützung des Opfers besonder wichtig, damit die Person ihre Bedürfnisse erkennen und ausdrücken kann. Insbesondere gilt: kein Beteiligter wird gezwungen oder unter Druck gesetzt, an einer Maßnahme des Restorative Justice mitzuwirken, wenn er das nicht möchte. Gleichzeitig wird versucht, die Unterscheidung in Opfer versus Täter nicht zu wesentlich zu machen, insbesondere wenn der "Täter" sich selbst nicht als solchen erlebt. Dies dient nicht der Rechtfertigung der Tat, sondern dazu, dass sich die Beteiligten als Menschen begegnen können und eine Lösung finden, mit der alle leben können. Denn: nur solche Vereinbarungen werden von allen nachhaltig umgesetzt. Forschungsergebnisse zeigen, dass Opfer mit den Ergebnissen von Restorative Justice eher zufrieden sind als mit herkömmlichen Strafverfahren. (TODO: Quellenangabe!) Wollt Ihr Kriminelle einfach draußen rumlaufen lassen?TODO Ist Restorative Justice nicht letztlich "Kuschelvollzug"?TODO Ist das nicht alles Utopie? Man kann doch nicht mit allen Kriminellen einfach darüber reden und dadurch deren Verhalten ändern!?TODO Gewaltfreie Kommunikation «Worte sind Fenster. Oder sie sind Mauern.» Was ist Gewaltfreie Kommunikation?Die Gewaltfreie Kommunikation wurde in den 70-ger Jahren von Marshall Rosenberg, einem international anerkannten Konfliktmediator, entwickelt. Die Gewaltfreie Kommunikation zeigt uns einen Weg, der die Wahl ermöglicht, ob wir uns mitteilen mit Worten, die trennen, vergleichen, urteilen, analysieren und verdammen - oder mit Worten, die verbinden, versöhnen, vorschlagen und anregen. Sie unterstützt uns klar zu werden, über das, was wir fühlen und brauchen - und das auch auszusprechen, aus dem Vertrauen, das wir die Reaktion des Anderen annehmen können, wie auch immer sie ausfällt - ein Nein hören zu können, in dem Bewusstsein, das hinter jedem Nein ein unerfülltes Bedürfnis steht, und es letztlich dazu motiviert eine Lösung zu finden, bei der die Bedürfnisse aller berücksichtigt werden. Der Unterschied der GFK (Gewaltfreie Kommunikation) zu der uns gewohnten Sprache ist, dass wir vermeiden über den Anderen zu reden (z.B: was eine Person "falsch" gemacht hat, oder wie eine Person ist..), sondern darüber, wie es uns mit dem, was wir erleben, geht - was wir fühlen und was wir brauchen. die 4 Schritte der GFK
Diese Schritte unterstützen uns darin, in Kontakt zu kommen. Der Verzicht auf Bewertung und Interpretation unterstützt uns darin, dass wir Klarheit über uns selbst erlangen - und Situationen ganz "neu" betrachten können. Und die Chance, dass unser Gegenüber uns wirklich zuhört, wächst, da wir von uns selber sprechen. Damit steigt auch die Chance, dass wir das, was wir brauchen, auch bekommen. 4 Schritte mal dreiDieses 4 Schritte Modell können wir in drei Richtungen nutzen. Selbsteinfühlung: Hier nutzen wir die Schritte, um Klarheit und Verbindung zu uns selber zu erlangen. Klarheit über das, was wir brauchen, ist ein Geschenk an uns selbst und an andere. Ehrlicher Selbstausdruck: vom:"Ich fühle mich, weil du....(Schuldzuweisung, Vorwürfe und Kritik)" ..als Beispiel: P. bekommt bei einem Telefonat ihres Freundes mit B. mit, dass er zusagt, gemeinsam mit ihm in den Sommerurlaub fahren.
P:" Wenn ich höre, dass du deinem Freund zusagst, dass wir mit ihm in Urlaub fahren..."
P:" dann fühle ich mich frustriert und traurig..."
P:" weil ich mit meinen Vorstellungen gehört werden möchte - und an Entscheidungen, die uns beide betreffen, beteiligt sein möchte."
P:" Setzt du dich jetzt mit mir zusammen, um über unsere Vorstellungen von einem Sommerurlaub zu reden?" Empathisch aufnehmen, wie es dem anderen geht: Die Schritte werden genutzt, um mich in mein Gegenüber einzufühlen.
Das Hauptanliegen der Gewaltfreien Kommunikation ist das Schaffen von Verbindung - zu uns selbst und zu anderen - Dahinter stehen die Annahmen, dass..
Ziele
«Urteile über andere sind entfremdete Äußerungen unserer eigenen unerfüllten Bedürfnisse.» Was sind Bedürfnisse?In der GFK sind Bedürfnisse definiert als das, was alle Menschen auf diesem Planeten brauchen. Bedürfnisse sind also universell; sie verbindet die Menschen. Außerdem sind sie die Wirkkraft hinter allen Handlungen („Jeder Mensch tut in jedem Moment das Beste, das er kann, um seine Bedürfnisse zu erfüllen.”). Welche Bedürfnisse gibt es?Hier ist eine Liste mit Beispielen für Dinge, von denen wir annehmen, dass jeder Mensch auf diesem Planeten sie braucht. Sie ist nicht unbedingt vollständig. Auch könnte man andere Wörter verwenden, um Bedürfnisse zu beschreiben. «Wenn wir unsere Bedürfnisse aussprechen, steigt die Chance dass sie erfüllt werden.»
Wie kann Gewaltfreie Kommunikation zur "Resozialisierung" von Straftätern beitragen?In GFK-Trainings lernen Menschen u.a., Verantwortung für ihre eigenen Gefühle zu übernehmen. Dies geschieht durch Übersetzung von "Wolfssprache" ("gewalthaltige" Sprache) in "Giraffensprache" ("gewaltfreie" Sprache). Ein Beispiel: Der Gedanke "Er ist ein Arschloch und verdient einen in seine verdammte Fresse." könnte übersetzt werden in "Oh mann, wenn er sich breitbeinig vor mich stellt (Beobachtung), dann ärgere ich mich (Gefühl) weil ich Respekt brauche (Bedürfnis)." Die Haltung, dass meine Gefühle etwas über meine eigenen Bedürfnisse aussagen (statt über die Falschheit anderer) fördert gewaltfreie Strategien der Bedürfniserfüllung. Anschaulich wird dies in einem englischsprachigen Artikel von Patricia Dannahy und Josephine Mchale, der auch im PDF-Format verfügbar ist. Ebenfalls anschaulich und englischsprachig sind die Rückmeldungen von Inhaftierten und Gefängnispersonal, die mit dem Freedom-Project in Kontakt kamen. Siehe auch die Rückmeldungen von Teilnehmern des Projekts "Neue Wege gehen". |